Johannesweg – Ich bin dann mal weg…

Der Johannesweg: 4 Tage, 84 km, 2 000 Höhenmeter, die wunderschöne Landschaft der Mühlviertler Alm, Natur pur, bunte Wälder, das Rascheln des Laubs, Stille und Zeit zum SEIN, Zeit zum Entschleunigen, Zeit zum Erholen und in meinem Fall auch Zeit für Zweisamkeit.

Der Johannesweg ist die österreichische Antwort auf den Jakobsweg. Der kleine Bruder sozusagen und ein idealer Einstieg für eine Weitwanderung oder eine Pilgerung. Als gebürtige Mühlviertlerin ist es mir natürlich ein Anliegen meine Heimat noch besser kennenzulernen und was bietet sich hier besser an, als den Johannesweg zu gehen?

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Der Johannesweg – die Planung

Die Vorbereitungszeit war im Grunde ganz einfach und kurz. Im Tourismusbüro Mühlviertler Alm habe ich mir eine Wanderkarte besorgt. Auf dieser findet man alle notwendigen Informationen wie Tourenvorschlag und Unterkünfte. Zirka einen Monat vor der Pilgerung habe ich dann die Zimmer für uns reserviert. Das ist zu empfehlen, da die Übernachtungsmöglichkeiten begrenzt sind.

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Info:
Verband Mühlviertler Alm
Markt Unterweißenbach 19
4273 Unterweißenbach
www.mühlviertleralm.at

Der Johannesweg – die erste Etappe

Der offizielle Ausgangspunkt befindet sich in Pierbach. Von dort sind wir auch losgewandert. Die erste Etappe des Johannesweges ist 16 km lang. Wir sind hier 4 Stunden gewandert (mit einer kleinen Pause) bis wir bei der Burgruine Prandegg, dem Ende der ersten Etappe, ankamen.

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Während der ersten Etappe kommt man Johannesbrunnen, der Engelskapelle und dem Herrgottsitz vorbei.

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Übernachtet haben wir dann im Gasthof Aumayr in Schönau i. M. Der Gasthof ist ein paar Kilometer von der Ruine Prandegg entfernt, es gibt aber einen kostenlos Transfer für Hausgäste. So wurden wir von der Ruine abgeholt und am nächsten Tag wieder dorthin gebracht.

Der Johannesweg – die zweite Etappe

Am zweiten Tag sind wir von der Burgruine Prandegg bis nach Weitersfelden gewandert.  Die Strecke ist 22 km lag und wir sind ca. 5 Stunden gewandert.

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Während der zweiten Etappe kommt man am Herzogreither Berg, der Bründlkapelle, dem Haiderberg, dem Galgenbühel und dem Rastplatz mit Liegen auf der Zwischenstromwiese vorbei.

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Gipfelkreuz am Haiderberg

Übernachtet haben wir im Gasthof zur Post in Weitersfelden.

Der Johannesweg – die dritte Etappe

Von Weitersfelden sind wir am dritten Tag bis nach Königswiesen gegangen. 27 km sind wir hier gewandert in ca. 6 Stunden. Ursprünglich wollten wir wie vorgeschlagen wird nur bis Unterweißenbach gehen. Als wir jedoch um die Mittagszeit in Unterweißenbach ankamen, haben wir nach einer kleinen Stärkung beschlossen, noch weiterzuwandern. Deshalb gingen wir statt der vorgeschlagenen 16 km bis nach Unterweißenbach noch 11 km weiter bis nach Königswiesen.

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Von dort ließen wir uns vom Hoteltaxi holen, dieses mussten wir allerdings separat bezahlen. Ein ganz schön teurer Spaß, denn für zwei Fahrten mussten wir € 32 bezahlen. Leider ist das im Hotel Fürst, wo wir übernachteten nicht inkludiert und sie stellten uns die Fahrt in Rechnung. Das nächste Mal würden wir gleich nach Königswiesen wandern und uns dann dort eine Unterkunft suchen. Der Vorteil dabei ist, dass man am letzten Tag einfach nicht mehr so weit gehen muss. Anstatt von 29 km hatten wir so am letzten Tag nur mehr 19 km zu wandern.

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In der dritten Etappe passiert man den Kammerer Berg, das Augenbründl, den Kreuzweg von Unterweißenbach, den Wegererstein, die Hirschalm, den Jagdmärchenpark und das Harlingsedter Gipfelkreuz.

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Hirschalm

Der Johannesweg – die vierte Etappe

Der vierte und letzte Tag auf dem Johannesweg führte uns von Königswiesen zurück nach Pierbach. 19 km gingen wir in ca. 5 Stunden. Kurz vor dem Ziel kamen wir an der letzten Sehenswürdigkeit des Johannesweges vorbei: der Ruine Ruttenstein.

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Der Johannesweg – Fazit

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Vier herrliche Tage verbrachten wir am Johannesweg und auf der Mühlviertler Alm. Die letzten Sonnenstrahlen zauberten uns eine wunderbare Farbenpracht der Bäume und wir genossen die grandiose Aussicht, die man fast während des gesamten Weges hat.

Allerdings sollten alle die eine Hundephobie oder Respekt vor Hunden haben, gewarnt sein. Der Weg führt an vielen Bauernhöfen vorbei und nicht selten wird man von einem Hund angebellt. Wir wurden sogar einmal von einem Hund angeknurrt, dass war kein angenehmes Gefühl. Hier würde ich mir vom Verband Mühlviertler Alm eine bessere Weglösung wünschen.

Obwohl man den Johannesweg auch in drei Tagen gehen kann, empfehle ich den Weg trotzdem in vier Tagen zu gehen. Man darf den Rucksack von ca. 10 kg, den man täglich mitträgt, nicht unterschätzen und trotz eines guten Schuhwerks kann man Blasen bekommen (so wie in meinem Fall). Die letzten Kilometer waren so schon mühsam zu gehen und ich war froh, einfach keinen Zeitdruck zu haben.

Außerdem hat man bei einer viertägigen Tour viel mehr Zeit um sich alle Sehenswürdigkeiten anzusehen und auch einmal auf einen der vielen Bankerl die Sonnenstrahlen zu genießen.

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Als FLOP hat sich unser Wegbegleiter, das Buch „Der Johannesweg“ von Johannes Neuhofer erwiesen. Die Geschichten haben uns nicht angesprochen oder inspiriert. Mehr Schein als Sein würde ich hierzu sagen.

TOP ist die Markierung des Johannesweges. Man folgt einfach der weißen Lilie, dem Symbol des Johannesweges. Noch nie habe ich bei einer Wanderung so viele Hinweise und Orientierungshilfen gesehen.

Im Allgemeinen kann ich sagen, wer Ruhe, Einkehr, Erholung und Besinnung sucht, der ist am Johannesweg richtig.

„Manchmal ist es wichtig,
sich auf eine Reise zu machen,
loszulassen und mutig zu sein.
Dein Herz kennt den Weg…“

 

Alles Liebe,

eure Martina

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2 Comments

  • Reply
    Dagmar von bestager-reiseblog
    14. November 2016 at 19:43

    Hallo Martina, interessanter Beitrag. Spricht mich direkt zum Nachwandern an. Mich würde noch interessieren, ob man für die Tour schwindelfrei sein sollte. Wegen den Hunden würde ich auch noch zögern.
    Lg Dagmar
    Von http://www.bestager-reiseblog.de

    • Reply
      Martina
      15. November 2016 at 05:39

      Liebe Dagmar! Ja, ich kann es wirklich empfehlen und schwindelfrei muss man nicht sein. Es ist ein ständiges auf und ab, aber nicht so hoch und steil wie in den Bergen! Und für die Hunde, nimmst du dir am besten einen „Beschützer“ mit (in meinem Fall war das mein Freund), der hat manchmal die Bauern gefragt, ob man die Hunde kurz wegsperren kann und ich in Ruhe vorbeigehen kann, dann klappt das schon, glg Martina

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