Schneller, größer, stärker…

Könnt ihr euch noch erinnern wieviele Pläne ich hatte, die ich mit der kleinen Ella umsetzen wollte. Von Babyschwimmen bis zur Spielgruppe für Babys überall wollte ich mit Ella Erfahrungen sammeln. Tja, und wie das Leben so spielt kam alles ganz anders.

Warum ich keine Eltern-Kind-Gruppen besuche

Ganz bewusst habe ich mich entschieden, dass ich keine Eltern-Kind-Gruppen besuche, sei es das Bayschwimmen, die Babymassage oder einfach eine Baby-Spielgruppe. Auch folge ich kaum Momblogs auf Instagram oder Facebook.

Warum?

Tja, weil ich das „Mein Kind kann das aber schon….“- Getue nicht mehr hören kann bzw. ich die Frage „Kann dein Kind das nicht?“ nicht beantworten möchte. Egal ob auf Instragram, Facebook oder zufälligen Begegnungen mit Mamas (zB beim Kinderarzt), jede Mama erzählt von ihrem Prinzen oder ihrer Prinzessin und deren tollen Laufbahn, die bereits mit der Geburt begonnen hat.

„Schneller, größer, stärker“ –

 jeder will gewinnen – ich frag mich nur, wobei?

Ich mache da nicht mit und halte mich daher von diesen Machtspielchen, die ich sowas von kindisch finde, fern. Manche Kinder essen früher Brei, manche später, manche Kinder bekommen den ersten Zahn mit 8 Monaten, manche erst mit 1 Jahr. Manche Kinder weinen beim Zahnen, andere wieder nicht. Manche Kinder schlafen bereits mit 3 Monaten durch, andere wachen noch mit 2 Jahren mehrmals in der Nacht auf.

Welche Kinder sind den nun die besseren?

Die, die nicht weinen? Die, die den Brei schon mit 4 Monaten essen? Die, die durchschlafen?

Was aber wenn das Kind zwar durchschläft, aber dafür noch keinen Brei isst? Hhmm, dann wird es schon verzwickt, oder? Was sagt denn all die Angeberei eigentlich aus? Und vor allem was sagt denn das über die Mama, die das macht, aus? Ich find’s nur schade, dass viele Mütter keine ehrlichen, informativen oder austauschenden Gespräche führen können. Scheinbar ist die Angst etwas falsch zu machen bzw. etwas Falsches zu sagen so groß, dass dies nicht möglich ist.

Leider fehlt auch fast jeder Mombloggerin das nötige Selbstvertrauen, ehrlich über die Erziehung von Kindern zu sprechen. Alle erzählen nur wie schön und leicht und wunderbar alles ist. Die Frage ist nur: Ist das wirklich so? Oder leben die alle in einer Scheinwelt, geblendet vom Internet und fern der Realität?

Natürlich gibt es da auch noch die anderen Mütter, sozusagen Gleichgesinnte. Über diese ehrlichen Mütter, die von ihren Sorgen, Ängsten und auch Erfolgen erzählen, über die bin ich so dankbar. Ich würde mir so gerne wünschen, dass diese Mütter einen Social Media Kanal betreiben würden. Ich wünsche mir, dass sich dies wieder ändert und Mütter sich wieder gegenseitigen unterstützen.

Ich bin mir sicher, jede Mutter versucht ihr bestes und will nur das Beste für ihr Kind und ist somit eine gute Mutter. Ein Konkurrenzkampf ist daher absolut unnötig.

Alles Liebe,
eure Martina

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2 Comments

  • Reply
    Claudia
    1. Oktober 2018 at 11:18

    Liebe Martina,
    ja die Erfahrung macht wohl jede Mama mal – auch wenn man gar nicht so viel mit anderen Müttern zu tun hat, das Vergleichen ist ja leider auch oft generationsübergreifend (mein Kind damals konnte das aber schon,…). Wobei es schon spannend zu sehen ist, das gewisse Dinge da anscheinend Priorität haben (ab wann kann es laufen, ab wann schläft es im eigenen Zimmer oder durch), andere dafür gar nicht.
    Muss einem einfach egal sein. Leichter gesagt als getan.

    Ich find‘ es super, dass du deine Gedanken teilst, denn meiner Meinung nach sollten wir jungen Mütter uns einfach mehr unterstützen und respektieren und keinen Wettbewerb aus dem Mama Sein Machen. Einfach die anderen sein lassen und akzeptieren, ob sie nun den Brei schon mit 5 Monaten füttern oder erst mit 16, ob sie 3 Monate stillen, 3 Jahre oder gar nicht. In der Regel will ja jeder nur das Beste für sein Kind.

    • Reply
      Martina
      1. Oktober 2018 at 12:38

      Liebe Claudia! Danke für dein positives Feedback! Das freut mich echt zu lesen! Alles Liebe, Martina!

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