Segeln lernen – Internationaler Segelgrundschein

Der See, die Sonne, die Wolken, der Wind und ein Gefühl der Freiheit, welches man hier noch deutlich spürt. Auf dem Segelboot habe ich mich schon immer wohlgefühlt und vor ein paar Wochen habe ich nun endlich segeln gelernt. Meine Freude darüber ist riesig und heute möchte ich euch mehr über die Segelschule und wie man einen Internationalen Segelschein erwerben kann erzählen.

Seitdem ich vor ca. vier Jahren das erste Mal auf einem Segelboot war, ließ mich dieses wunderschöne Gefühl von Freiheit, von Glück und Abenteuerlust nicht mehr los. Mir war gleich bewusst, dass ich nicht nur Gast auf einem Segelboot sein möchte, sondern selbst das Handwerk eines Seglers lernen möchte.

Wie werde ich eine gute Seglerin?

Eines war mir von Anfang an klar, nämlich dass ich zuerst einmal nur auf Binnengewässern segeln möchte. Erstens haben wir hier in Österreich so viele wunderschöne Seen und zweitens habe ich großen Respekt vor dem Wasser, dem Wind und dem Wetter, welches sich gerade im Sommer doch schnell umschlagen kann und so gefährliche Gewitter entstehen können.

Zweitens möchte ich das Segeln von der Pike auf lernen. Dass heißt für mich Grundschein, viel Segeln und Praxis gewinnen und dann erst wird der A-Schein gemacht. Mir ist es wichtig, dass ich mich beim Segeln sicher fühle und auch alle anderen beteiligten am Boot eine gute Zeit haben.
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Internationaler Segelgrundschein

Da ich in den letzten zwei Jahren fast nur auf dem Attersee mitgesegelt bin und ich den größten See von Oberösterreich somit am besten kenne, habe ich mich entschieden, den Internationalen Segelgrundschein bei der Segelschule Liehmann am Attersee zu machen.

Der Kurs für den Segelgrundschein dauerte eine Woche lang. Praxis sowie Theorie wurden dabei von Montag bis Freitag gelernt. Der Kurs fing jeden Tag um 09:30 Uhr an und dauerte je nach Wetterlage zwischen 17:00 und 19:00 Uhr.
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Montag

Pünktlich um 09:30 Uhr versammelten sich alle TeilnehmerInnen des Segelgrundscheinkurses am Attersee. Eine bunte Gruppe von 21 Personen nahm an dem Kurs teil. Der jüngste Teilnehmer war 12 Jahre alt und ich glaube der älteste Teilnehmer war so um die 60 Jahre alt. In dem Kurs waren auch zwei spanische Gäste, die gerade ihren Sommerurlaub am Attersee verbrachten. Die meisten SegelanfängerInnen hatten doch bereits eine große Segelerfahrung bzw. viele Kinder und Jugendliche haben das praktische Handwerk des Segelns von ihren Eltern bereits gelernt. Meine Vorkenntnisse waren kaum bzw. sehr gering, was mir aber beim Wissenszuwachs nicht im Wege stand. So saugte ich jedes Wort von Jan, meinem Segellehrer auf, der uns am Vormittag doch so einiges übers Segeln in der Theorie beibrachte.

Am Nachmittag gab es leider eine Gewitterwarnung und wie ihr an diesem tollen Bild sehen könnt, spielte das Wetter einfach verrückt (so genial, das Bild ist keine Fotomontage und wurde auch nicht von mir bearbeitet). So ging der erste Kurstag mit einer Menge Theorie über das Segeln zu Ende.
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Dienstag

Am Vormittag war es windstill und somit haben wir uns wieder mit dem Skriptum beschäftigt. Jan ist wirklich ein guter Lehrer. Er erklärt alles sehr einfach und baut immer wieder lustige Geschichten über das Segeln ein, sodass man sich die ganzen Fachbegriffe viel leichter merken kann.

Am Nachmittag waren wir dann das erste Mal auf dem Segelboot. Unsere Segelboote waren alles Jollen und wir wurden in Dreier- bzw. Vierergruppen für eine Jolle eingeteilt. Da wir auch eine heterogene Lerngruppe waren (manche machten auch den A-Schein), war bis auf meinem Segelboot immer eine Person, die den Grundschein bereits besaß und somit bereits einen großen Erfahrungsschatz hatte. Das war für meine Mannschaft dann doch eine große Herausforderung, da wir niemanden fragen konnten, wenn uns am Segelboot etwas unklar war. Nichts desto trotz versuchten wir alles bestmöglich umzusetzen. Die Anweisungen wurden uns per Funk gegeben und unsere Segellehrer Jan war mit dem Motorboot immer in unserer Nähe um uns im Notfall zu helfen.
Ein super Segelnachmittag und ich habe an diesem Tag gelernt wie man ein Segelboot startklar macht und wie man ablegt. Ich habe meine ersten Wendemanöver gemacht (welche mir einmal mehr und einmal weniger geglückt sind) und dann das Segelboot wieder sicher in den Hafen gebracht.
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Mittwoch

Wieder windstille am Attersee, daher lernten wir viel über die Kurse im Wind und die verschiedenen Manöver. Der Plan für den Nachmittag sollte die praktische Übung der Halse sein.

Am Nachmittag haben wir bereits die Segel gesetzt, als jedoch eine Gewitterwarnung kam. Viel zu gefährlich zum Segeln und daher wurde wieder Theorie gemacht.
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Donnerstag

Das Wetter hätte wirklich besser sein können, denn es regnete und stürmte. Man könnte jetzt sagen, es ist genug Wind da, aber für SegelbeginnerInnen wie wir auch keine gute Voraussetzung um das Segeln zu lernen. Am Vormittag gab es daher die letzte Theoriestunde. Mit der Praxis im Segeln sind wir ein bisschen hinten aus, aber gegen das Wetter kann man nix machen. Leider.

Am Nachmittag ging es dann trotz dem schlechten Wetter (es regnete kaum mehr, aber es war sehr sehr windig) auf den See. Wir übten allerdings nur die Wenden, den für die Halse und den Aufschießer war es zu gefährlich.

Ehrlich gesagt bekam ich am Abend leichte Panik, denn am nächsten Tag standen die Prüfungen für den Segelgrundschein am Programm. Das ganze Skriptum konnte ich bereits in- und auswendig (beim Lernen habe ich mir immer schon leicht getan), aber ich machte mir große Sorgen bezüglich der praktischen Segelprüfung. Die Wenden gelangen mir so halbwegs, die Kurse ebenso, aber sicher fühlte ich mich dabei noch nicht. Die Halse und den Aufschießer haben wir bisher nur theoretisch besprochen und ich konnte mir nicht vorstellen wie ich die Prüfung dafür morgen schaffen sollte. Ihr könnte euch sicher vorstellen, dass die Nacht ein Alptraum war.
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Freitag

Heute war ein wunderbarer Segeltag. Traumhafte Wetterbedingungen am Attersee und wir haben den ganzen Tag am Boot verbracht. Ach stimmt ja nicht ganz, gleich in der Früh haben wir die theoretische Prüfung abgelegt. Diese war nicht wirklich schwierig und da Segeln ja ein Mannschaftssport ist, konnte man sich auch hier ein wenig mit den SegelkollegInnen austauschen

Danach waren wir dann den ganzen Tag am Boot. Wir haben wirklich viel geübt und was uns erst später bewusst wurde war, dass wird dabei beobachtet wurden und dies sozusagen unsere praktische Prüfung war. Puh, Erleichterung pur, denn ich war so nervös, dass mir ein Manöver missglücken könnte. Ich kann zwar alles in der Theorie, aber in der Praxis gelingt es mir mal supergut und dann wieder weniger gut. Hier heißt es noch viel üben, was ich aber sehr gerne mache, denn es gibt im Moment für mich nichts Schöneres als am Segelboot zu sein.
Martina

Den Internationalen Segelgrundschein habe ich bekommen und die Freude darüber ist enorm! Yeah, I did it!!!

Fazit

Die Woche am Attersee war sehr lernintensiv, lustig und abwechslungsreich. Oftmals kam ich an meine persönlichen Grenzen, was mich aber im Nachhinein bestärkt und bereichert hat. Die Woche am Attersee ist unvergesslich und alle die sich auch für das Segeln interessieren, kann ich einen Grundschein im Segeln nur wärmstens empfehlen. Man lernt innerhalb einer Woche wirklich viel und je nach Windverhältnis bekommt man auch eine gute Segelpraxis. Bei der Segelschule Liehmann am Attersee habe ich mich gut aufgehoben gefühlt und es wurde auch auf persönliche Wünsche und Bedürfnisse eingegangen.
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Informationen

Segelschule Attersee – Jan Liehmann
Landungsplatz 7
4864 Attersee

Kosten:
330 € Segelgrundschein
38 € Skriptum
45 € Prüfungsgebühr
20 € Parkplatz (ganz in der Nähe gegenüber dem Freibad)

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2 Comments

  • Reply
    Gudrun
    3. August 2016 at 08:32

    Ich habe meinen ersten Schein mit 15 am Mattsee gemacht (Sportwoche) und dann noch einmal vor 7 Jahren am Neusiedlersee. Das war kein Vergleich! Als Jugendlicher segelst Du einfach drauf los und machst Deine Wenden und Halsen, als Erwachsener denkt man viel zu verzopft, was denn schief gehen könnte und ob eh alles passt…. Auf jeden Fall gratuliere ich Dir ganz herzlich zum Schein! Viel Spaß!

    • Reply
      Martina
      4. August 2016 at 06:28

      Ja, Gudrun, das ist schon ein riesen Unterschied. Die Teens im Kurs sahen auch alles ganz locker
      Vielen Dank und dir auch alles Gute, lg Martina

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