Urlaub in Jordanien – Welcome to Jordan

Heute gibt es einen ganz besonderen Beitrag auf lifestylefabrik, den Erfahrungsbericht von Sabrina, die vor ein paar Jahren nach Jordanien ausgewandert ist. Ich folge Sabrina schon setit langem auf ihrem Blog (sunglasses suggested) und ihre tollen Bildeindrücke über Jordanien entführen mich jedes Mal in eine neue, magische Welt. Zur Zeit sind ja keine Fernreisen bei mir geplant und ich bewege mich ausschließlich innerhalb von Europa, aber irgendwann wird aus meinen Träumen Wirklichkeit und ich werde selbst in die faszinierenden Kulturen von fernen Ländern eintauchen.

Welcome to Jordan – Reisebericht einer Auswanderin

Liebe LeserInnen von lifestylefabrik!
Martina’s Einfall einen Gastbeitrag über Jordanien zu schreiben fand ich eine ganz tolle Idee und hab natürlich sofort zugesagt. Vor drei Jahren, als mein Mann und ich uns dazu entschieden hatten unser Leben in Österreich vorerst hinter uns zu lassen und auszuwandern, bzw. wie wir es uns vorstellten, ein Abenteuer zu wagen, waren wir nicht so ganz sicher worauf wir uns einlassen würden. Ob wir die Entscheidung bereuen würden? Gerade im Jahr unserer Auswanderung (2014) entfachten die noch immer andauernden Spannungen im Mittleren Osten dementsprechend gefüllt waren die Medien mit beunruhigenden Schlagzeilen.

Heute bin ich froh den Schritt damals getan zu haben und meine eigenen Erfahrungen hier mit euch zu teilen. Wie man sich vielleicht vorstellen kann wurden wir vorerst nicht unbedingt mit Besuch von Familie und Freunden verwöhnt. Dennoch haben sich einige „Mutige“ zu uns gewagt – und waren nach eigener Aussage verwundert, wie friedvoll Jordanien doch eigentlich sei, und was einem entgeht, ein Land, welches ohne Zweifel in unruhiger Nachbarschaft liegt, nicht zu bereisen. In der Hauptstadt Amman und dem Rest des Landes ist von Panikmache im Westen wenig zu spüren; ein Land voller Lebensfreude in dem man sich auf Anhieb willkommen fühlt. Mein erster Eindruck der sich bis heute bestätigt.

2016, zwei Jahre nach dem wir nach Jordanien ausgewandert sind, und ich Land und Leute bereits in mein Herz geschlossen hatte, kam mir die Idee einen Lifestyle Blog mit Schwerpunkt „Travel“ zu starten. Unter anderem auch um mit Unentschlossenen meine Erfahrungen zu teilen, aber vielmehr um die Abenteuerlust zu wecken, und über das was dieses Land für mich so überwältigend macht, nämlich die Vielseitigkeit von Weltnaturerben, Weltkulturerben und Gastfreundschaft, ins richtige Licht zu rücken – abseits von Sicherheitsbedenken.

Warum Jordanien als Urlaubsdestination?

Sicherheit

Das haschemitische Königreich Jordanien wird aufgrund aktueller Schlagzeilen der Nachbarländer oft als unsichere Destination gesehen. Sicherlich der Grund weshalb der Tourismus in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen ist; leider auf Kosten des Landes und der Bewohner. Als Europäerin bin ich sonst eher Touristenmassen gewohnt – ob überfüllte mediterrane Badestrände im Sommer oder Altstadtsehenswürdigkeiten bei Städtetrips, die oftmals einen gewissen Stress anstatt Urlaubsentspannung aufkommen lassen. Die ersten Ausflüge in Jordanien, mit ungewohnt geringem Touristenauflauf, waren daher eine völlig neue Reiseerfahrung. Man fühlt sich einfach fernab jeglicher Wartezeiten und Konvention. Ein richtiges Abenteuer eben. Damit irgendwie einhergehend, eine weitere Erfahrung, waren- die vielen Sicherheitskontrollen. Sei es im Einkaufszentrum, Hotel oder an den zahlreichen Checkpoints entlang der Hauptstraßen. Anfangs ein ungewohntes Gefühl. Heute sehe ich es als eher positive Sicherheitsmaßnahme, und möchte an dieser Stelle auch die stete Freundlichkeit der Grenz- und Sicherheitsbeamten erwähnen. Nettes Plaudern an den Checkpoints „Wohin man den fährt“ und teils unterhaltsame Reaktionen über den geplanten Urlaub – einfach ein gutes Gefühl ohne grantige Beamtenabfertigung.

Gastfreundschaft

Vom Tag meiner Anreise bis heute bin ich darüber erstaunt wie ehrlich und vor allem Touristen/Ausländerfreundlich Jordanier sind. Auch nach drei Jahren werde ich fast täglich, sei es auf der Straße oder im Taxi, mit „Welcome to Jordan“ begrüßt – eine sehr herzliche Geste, wie ich finde. Gastfreundschaft wird im Land ganz groß geschrieben und ist zumeist einhergehend mit einer Spontaneinladung zu einer Tasse Tee mit frischer Minze. Ich erinnere mich an einige Male an denen ich in umliegenden Parks, welche üblicherweise auch als Grillplätze benutzt werden, spazieren war, und von völlig fremden Familien zum Barbecue eingeladen wurde. In einem Land in dem nicht jeder ein Dach über dem Kopf hat. Momente, die meine Verbundenheit zum Land sicherlich gestärkt haben.

 Als Frau

Da das Land relativ tolerant ist, ist es auch als Frau (bis auf wenige Kleidungsvorschriften – die meiner Meinung nach aus Respekt eingehalten werden sollten), kein Problem zu Reisen oder Restaurants etc. alleine zu besuchen. In Punkto Kleidung achte ich vor allem darauf keine kurzen Röcke oder Trägertops zu tragen – was aber auch in bestimmten Restaurants und Wohngebieten der Hauptstadt Amman, als auch internationalen Hotelketten, oft kein Problem wäre.

Sprache

Ein weiterer positiver Effekt: im gesamten Land, ob im Taxi, Restaurant oder im Supermarkt, wird Arabisch und Englisch gesprochen (zumindest verstanden). Viele freuen sich speziell darauf mit Touristen zu plaudern und sind sehr interessiert woher man kommt und wie man das Land so findet. Über positives Feedback wird sich oft sehr herzlich bedankt und mit netten Aussagen zum eigenen Land geantwortet. Als Österreicher empfiehlt es sich das arabische Wort „Namsa“ anstatt „Austria“ zu verwenden – es sei denn man möchte, wie weitverbreitet üblich, mit Australien verwechselt werden. Ich muss heute noch immer darüber schmunzeln, und kann wohl auf einer Hand abzählen, wie oft ich diesbezüglich, nicht nur in Jordanien, auf Anhieb verstanden wurde.

Sehenswertes

Neben der wohl bekanntesten Sehenswürdigkeit, der Felsenstadt Petra, hat das Land aber auch noch sehr viel mehr zu bieten. Um nur einige Highlights zu nennen wären da die Wüste Wadi Rum, das einzigartige Tote Meer mit dem tiefsten Punkt der Erde, das Naturreservat Dana und die Hauptstadt Amman die sich über 19 Hügeln erstreckt.

Top Sehenswürdigkeiten in Jordanien

Beim folgenden Punkt möchte ich gerne näher auf die Sehenswürdigkeiten des Landes eingehen und beginne mit meinen TOP FIVE die jeder Besucher besucht haben sollte:

1. Wadi Rum

Die Wüste Wadi Rum gehört zu den spektakulärsten Landschaften die ich bisher gesehen habe. Beeindruckende Felsformationen von Wind und Wetter bearbeitet, kilometerweite Sandstraßen und Dünen, sowie weiße und rote Sandlandschaften. Bei einem Besuch empfiehlt es sich in einem Bedouin Camp zu übernachten und vor Ort einen Jeep Tour zu buchen. Der Sonnenuntergang und das traditionelle abendliche Beisammen-sein, der „Bedouin Lifestyle“ sollte auf jeden Fall ein Fixpunkt jeder Reise sein. Ich erinnere mich immer wieder gerne an die Tage inmitten der Wüste unter einem Sternenhimmel der schöner nicht sie könnte. Für mich definitiv ein Erlebnis, das ich nicht missen und wiedererleben möchte.


2. Petra

Die Felsenstadt ist wohl die bekannteste Sehenswürdigkeit des Landes. Mittlerweile habe ich Petra schon drei Mal besucht und jedes Mal war ich aufs Neue fasziniert. Eine Stadt deren Felsen im Sonnenlicht tausendfache Rottöne spiegeln, Pferdekutschen und Kamelkarawanen, die den Weg kreuzen, sowie der beste aber auch härteste Part, die 800 Stiegen zum Aussichtspunkt; ein idealer Platz für ein entspanntes Picknick.

3. Totes Meer

Das Tote Meer ist eine echte Wellnessoase. Neben den heilenden Kräften des Wassers und dem bekannten Toten Meeresschlamm, bekommt man die einzigartige Möglichkeit 400 Meter unter dem üblichen Meeresspiegel- was aber immer noch die Wasseroberfläche des Dead Sea ist  – schwerelos im Wasser zu schweben. Ein toller Ort um einfach abzuschalten. Seitdem ich in Jordanien lebe ein Muss – mindestens einmal im Jahr. Die Dead Sea Road, entlang des Toten Meers, eignet sich perfekt für einen Road Trip. Die Straße führt an zahlreichen Wadis (Felsschluchten) und spektakulären Felsformationen vorbei. Auch der Sonnenuntergang über dem Toten Meer wird zum unvergesslichen Erlebnis.

4. Rotes Meer

Tala Bay-Aqaba, eine eher moderne Hafenstadt – mit kleinem geschichtsträchtigen Kern – direkt am Roten Meer, ist wohl der perfekte Ort für den kurzen Badespaß. Zahlreiche moderne Hotels mit Beach Bars, Poollandschaften und Sandstränden, als auch die Möglichkeit verschiedenste Wassersportarten wie Jet Ski oder Scuba Diving auszuüben. Unbedingt den Hafen in Tala Bay besuchen und in entspannter Atmosphäre fernab von Tourismusströmen das Meer und gutes Essen genießen. Für mich immer wieder der perfekte Ort für ein verlängertes Wochenende.

5. Amman

Hauptstadt von Jordanien; die Stadt in der ich nun seit fast 3 Jahren lebe. Amman wird wohl nicht zu den üblichen „must see“ Hauptstädten der Welt gelistet, und ist auch eine eher moderne Stadt mit verhältnismäßig wenigen Sehenswürdigkeiten. Aber das ist auch nicht das was Amman’s Charme ausmacht. Eine Stadt, erbaut über mittlerweile 19 Hügeln, die durch ihre Lage traumhafte Aussichten bietet. Ein Erlebnis das man bei einem Urlaub in Jordanien nicht auslassen sollte. Die Stadt bietet zahlreiche moderne Roof Tops – als auch viele belebte Straßen die einem den arabischen Lifestyle auf Anhieb spüren lassen. Einige wichtige Plätze in Amman wären die Rainbow Street, Al-Weibdeh, die Amman Zitadellen, und für Shopping und Architekturverliebte, die Taj Mall und die Abdali Mall.

Ich möchte aber auch noch einige weitere sehenswerte Orte in Jordanien nicht unerwähnt lassen…

Jerash
Griechisch-Römische Ruinenstadt.

Madaba
Nette, kleine Stadt mit wirklich arabischem Flair. Perfekter Ort um handgemachte Dinge wie Teppiche oder Mosaike in allen Formen zu kaufen und zu besichtigen.

Baptism Site
Das Taufbecken von Jesus. Faszinierender und naturbelassener Ort mit biblischen Hintergrund und der Möglichkeit den Jordan River zu Besichtigen.

Mount Nebo
Biblischer Ort mit wunderschöner Aussicht über das Land. Vor allem im Frühling zu Blütezeit zu empfehlen.

Um Quais
Griechisch-Römische Ruinenstadt mit einzigartigem Blick zum See Genezareth.

Dana/Feynan
Jordaniens größtes Naturschutzgebiet, wunderschöne Wanderlandschaft, freundliche kleine Dörfer mit lokalen Übernachtungsmöglichkeiten.

Hot Springs Ma’in
Heiße Quellen in mitten der Wüste. Traumhafte Wasserfälle, SPA Bereich, Palmenoasen.

Allgemeine brauchbare Reisetipps

Beste Reisezeit
Im Frühling zwischen Mitte April und Mitte Juni oder im Herbst zwischen Ende September und Ende November. In diesen Monaten ist man vorwiegend von Regenfällen geschützt und es herrschen angenehme sommerliche Temperaturen.

Reisedauer
7 Tage für die Top 5 Sehenswürdigkeiten
10 Tage optimale Reisezeit um das Land kennenzulernen
Für die LeserInnen von lifestylefabrik.at stelle ich gerne auf Anfrage einen Reiseplan zusammen.

Hotelwahl
Die Auswahl an Hotels ist riesig von low Budget bis high Budget. Ich persönlich bevorzuge internationale Hotelketten, die zwar meistens eher high Budget sind, aber dafür kann man sicher gehen den erwünschten Standard zu erhalten (sprich: Als Frau ist es kein Problem im Bikini baden zu gehen und man erhält auch alkoholische Getränke). Auf Anfrage leite ich gerne Hotelnamen & beste Buchungsvariante weiter.

Anreise
Täglich Direktflüge von Wien nach Amman mit Austrian Airlines oder Royal Jordanian. Flugdauer 03:30 Stunden

Transport

Auto: In Jordanien kann man über bekannte Autovermieter problemlos Fahrzeuge mieten. Autofahren in Jordanien ist allerdings eine Herausforderung. Wo es geht wird sehr schnell gefahren. In der Stadt herrscht ein unübersichtliches Gewusel, mit gewisser Abneigung zu Bremsen oder Vorrang zu geben. Aber an und für sich sind die Straßen in gutem Zustand und Autofahren sollte prinzipiell für jeden machbar sein.

JETT Bus: Sehr zu empfehlen vor allem für Ausflüge von Amman nach Petra, Wadi Rum oder Aqaba (natürlich mit Zeitplan verbunden). Sicher, sauber und günstig.

Taxi: Taxis gibt es in Amman wie Sand am Meer. Diese werden über eine App oder via Hand wink direkt von der Straße geholt. Günstigste und schnelle Variante um sich innerhalb von Amman fortzubewegen (Innerhalb von Amman max. 5 JOD) Tipp: Beim Einsteigen immer auf den Taximeter bestehen bzw. nachsehen ob der Meter aktualisiert wurde. Frauen steigen für gewöhnlichen hinten beim Beifahrer ein.

Flughafentaxi: Vom Flughafen Queen Alia nach Amman (20 JOD). Taxis stehen direkt am Flughafenausgang bereit.

Jordanische Küche gut zu wissen…

Das Nationalgericht heißt Mansaf. Ein Gericht aus Lamm und Reis auf das die Jordanier sehr stolz sind und welches zu jedem wichtigen Anlass serviert wird.

Andere Hauptspeisen: Shawarma (arabischer Döner), Kusa Mahshi (Mit Reis gefüllte Zucchini) und mein Favorit: Kubba/Kibbe- Frikadellen aus Bulgur mit Pinienkernen gefüllt.

Unbedingt probieren- Süßspeisen: Knafeh/Knefe (Warmes Dessert aus Käse und Sirup) oder Ma’amul (Trockengebäck aus Datteln und Nüssen)

Frühstück: Falafel (Frittierte Gemüsebällchen), Hummus (Kichererbsen Püree), Mutabbal (Auberginenpüree), Ful (Heiße Bohnensauce).

Getränke: Tee/Shay (Schwarzer Tee mit sehr viel Zucker und frischer Minze), Saft/Juice: In Jordanien erhält man an jeder Ecke frisch gepresste Säfte unbedingt sollte man aber den Lemon-Mint-Juice also Zitronen-Minze Saft probieren.

Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bei Martina für die Veröffentlichung meines Artikels und bei Ihren LeserInnen für das Interesse bedanken. Natürlich stehe ich sehr gerne für weiter Fragen rund um Jordanien zur Verfügung. (contact@sunglassesssuggested.com)
Alles Liebe,
Sabrina
von www.sunglassessuggested.com

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1 Comment

  • Reply
    Sabrina
    4. Juli 2017 at 06:43

    Liebe Martina, vielen Dank für die Idee und Veröffentlichung meines Erfahrungsberichtes über Jordanien.
    Ich hoffe, dem einen oder anderen Leser- Jordanien als Reiseziel etwas schmackhafter gemacht haben zu können und freue mich auf jedes Feedback.

    Alles Liebe Sabrina
    http://www.sunglassessuggested.com

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